Laufkäfer

In Deutschland sind ca. 550 verschiedene Laufkäfer (Carabidae) beheimatet. Sie können je nach Art zwischen 1,7 mm und 70 mm groß werden. Meist besitzen diese einen relativ kurzen, breiten, nach vorne gerichteten Kopf mit kräftigen Mandibeln (Mundwerkzeuge). Viele Arten sind flugunfähig, weshalb sich die Flügel meist zurückentwickelt haben. Dennoch bedecken die Deckflügel den Hinterleib fast vollständig. Ihre hohe Laufgeschwindigkeit wird durch ihre kräftige Beine gewährleistet. Zudem weisen alle Laufkäferarten eine elfgliedrige, perlenschnurförmige Fühler sowie fünfgliedrige Tarsen (Füße) auf.

Die überwiegende Mehrheit der Laufkäfer besitzen eine räuberische Lebensweise. Dabei fressen sie andere Insekten und deren Larven, größere Laufkäferarten sogar Weichtiere wie Schnecken. Im Gegensatz dazu weisen einige wenige Arten eine phytophage Ernährungsweise auf, das bedeutet sie nutzen Pflanzenteile als Nahrungsressource. 

Neben Waldbereichen oder Grünlandflächen wie Magerrasen und Wiesen, lebt eine Großzahl der Laufkäferarten in der Agrarlandschaft und leisten einen wertvollen Beitrag zur Agrobiodiversität. Besonders in Äckern können diese in einer hohen Individuen- und Artenzahl auftreten. Aufgrund ihrer meist räuberischen Lebensweise, können diese als Schädlingsbekämpfer nützlich in der Landwirtschaft sein.

Darüber hinaus können sie als Bioindikatoren fungieren. Verschiedene Laufkäfer besitzen unterschiedliche Lebensraumansprüche, sodass verschiedene Habitate eine besondere Zusammensetzung an Laufkäferarten aufweisen. Eine Veränderung dieser Artengemeinschaft kann somit auf eine Veränderung der Umwelt bzw. des Lebensraums hindeuten. 

Gefährdung

Wie viele Insekten sind auch Laufkäfer in ihrem Bestand gefährdet. Allein nach der bayerischen Roten Liste sind 213 Arten bereits gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Hauptgefährdungsursache ist der Lebensraumverlust. Insbesondere dann, wenn zuvor extensive Bereiche durch intensive Flächennutzungen, sei es durch Freizeitaktivitäten, Baumaßnahmen oder Land- und Forstwirtschaft ersetzt werden. Als Folge einer intensiven landwirtschaftlichen Praxis kann es zum Rückgang der Beuteorganismen kommen und somit zu einem Mangel an Nahrungsressourcen für die Laufkäfer.

Eine Weitere Gefährdung stellt die Fragmentierung der Landschaft sowie der Verlust von Winterquartieren dar.

Schutz

Zum Schutz der Laufkäfer sollten in erster Linie Lebensräume erhalten werden. In der Agrarlandschaft sollte die Strukturvielfalt gefördert werden. Unterschiedliche Fruchtfolgen sowie Bracheflächen, Grünland und artenreiche Säume fördern die Laufkäferdiversität eines Gebiets.

Zudem fördert die Schaffung von arten- und strukturreichen Randbereichen in der Agrarlandschaft die Laufkäferpopulation. Diese bieten während der landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Feld einen wichtigen Rückzugsort für die Individuen. Auch über die Wintermonate sollten Strukturen wie Altgrasstreifen erhalten werden, da diese ein Winterquartier bieten können.

Letztlich geht der Schutz von Laufkäfern mit dem Schutz ihrer Beute einher. Daher sollte die Landwirtschaft extensiviert und Monokulturen reduziert werden. 

Seite durchgeführt werden, um so den Jungtieren die Flucht zu ermöglichen.

Grüngitter

Das „Grüngitter“ setzt sich für die Extensivierung landwirtschaftlicher Flächen ein. Zudem werden gemeinsam mit Landwirten und Kommunen sowie der Unteren Naturschutzbehörde Konzepte erstellt, um den Strukturreichtum in der Agrarlandschaft zu fördern. Neben der Schaffung und dem Erhalt artenreicher Säume, sollen Randbereiche der landwirtschaftlich genutzten Flächen weniger bearbeitet werden. Zudem werden Blühflächen, Brachen und Ackerwildkräuter gefördert. Letzteres wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Beuteorganismen der Laufkäfer aus.

Im Rahmen des Grüngitter Projekts wird in Kooperation mit dem Institut für Biodiversitätsinformation e.V. (IfBI) ein Monitoring der Laufkäferpopulationen durchgeführt. Dabei soll der Einfluss des Lebensraums (Acker und Grünland), der Bewirtschaftungsform (extensiv und intensiv) sowie der umgebenden Struktur (strukturreich und strukturarm) auf die Abundanz und Diversität der Laufkäfer untersucht werden.