Bodenbrüter

Alle Vogelarten, welche von landwirtschaftlich genutzten Flächen (Äcker, Grünland, Brachen) abhängig sind, werden als Feldvögel bezeichnet. Während einige Arten die landwirtschaftlichen Flächen nur zur Nahrungssuche nutzen (z.B. Rotmilan), benötigen andere diese auch als Nistplatz und werden als Bodenbrüter bezeichnet. Bodenbrüter, die überwiegend im Acker nisten werden als Ackerbrüter (z.B. Rebhuhn) bezeichnet. Dient hauptsächlich Grünland als Nistplatz, handelt es sich um Wiesenbrüter (z.B. Bekassine).

Gefährdung

Feldvögel sind eine der am stärksten gefährdeten Vogelgruppen in Deutschland. Die Intensivierung der Landwirtschaft wirkt sich negativ auf diese Arten aus. Der Einsatz von Bioziden führt beispielsweise zum Rückgang der Insekten in der Agrarlandschaft und somit zu einer verringerten Nahrungsverfügbarkeit für Vögel. Monokulturen oder eine ungeeignete Höhe und Dichte des Bestands der Feldfrüchte können zur Vermeidung von Flächen als potentielle Brutgebiete führen. Eignet sich eine Fläche als Nistplatz, kann es durch landwirtschaftliche Arbeiten (Bodenbearbeitung, Walzen, Mahd, Ernte) während der Brutzeit oder Jungenaufzucht zur Zerstörung und zum Verlust von Nestern oder Individuen kommen. Einen maßgeblich negativen Effekt auf die Populationen hat die Veränderung des Lebensraums, durch den Anbau anderer Kulturen (z.B. Mais), die Entwässerung von Flächen, Grünlandumbruch oder der Aufgabe einer extensiven Bewirtschaftung, können zuvor attraktive Lebensräume vermieden werden.

Schutz

Zum Schutz von Bodenbrütern sollte eine extensive Flächennutzung, der Verzicht auf Biozide und Mineraldünger angestrebt werden. Zudem sollte kein Walzen nach dem 15.03. stattfinden. Nester sollten vor landwirtschaftlichen Arbeiten markiert und ausgespart werden. Außerdem sollte eine Mahd langsam von innen nach außen oder von der einen zur anderen Seite durchgeführt werden, um so den Jungtieren die Flucht zu ermöglichen.

Grüngitter

Im Rahmen des „Grüngitters“ sollen bekannte Bodenbrüter-Habitate erhalten und gefördert werden. In Zusammenarbeit mit Landwirten und der Unteren Naturschutzbehörde sollen im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP) landwirtschaftlich genutzt Flächen bodenbrüterfreundlich bewirtschaftet werden. Zudem werden Strukturen geschaffen, welche die Attraktivität eines potentiellen Brutgebietes erhöhen. So können im Acker artenreiche Feldsäume- und Raine angelegt, Hochstaudenfluren erhalten und Sing- oder Sitzwarten (z.B. Einzelbäume, Braunkehlchen-Stecken, usw.) gepflanzt werden.