Ackerwildkräuter

Ackerwildkräuter sind Pflanzenarten, die in landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen den Kulturpflanzen wachsen. Sie haben sich an die Feldfrüchte sowie die Bearbeitung des Ackers angepasst, sodass die meisten Arten mit Aufgabe der Ackerbewirtschaftung ebenfalls verschwinden. Meist handelt es sich um konkurrenzschwache, einjährige Pflanzenarten, die magere Standorte bevorzugen, dessen Samen aber auch noch nach Jahrzehnten auskeimen können. Bodenbearbeitungen –wie es in der landwirtschaftlichen Praxis der Fall ist –können die Keimbildung der samen fördern.

Die Liste der Ackerwildkräuter ist lang. Zu den 323 Arten zählen beispielsweise die Kornblume, das Flammen-Adonisröschen, das Rundblättrige-Hasenohr, die Breitblättrige Wolfsmilch, Sand- und Klatsch-Mohn oder auch der Acker-Rittersporn.

Mit Hilfe von Ackerwildkräutern können aus artenarmen Monokulturen, artenreiche Ackerflächen werden. Mit der floralen Diversität geht auch eine Steigerung des faunistischen Artenreichtums einher. Ackerwildkräuter stellen wichtige Nahrungsressourcen in der Agrarlandschaft dar. Besonders Bestäuber wie Honig- und Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge profitieren von der Blütenpracht.

Gefährdung

Ackerwildkräuter werden einerseits durch die Intensivierung von landwirtschaftlichen Flächen und andererseits durch die Aufgabe der Bewirtschaftung beeinträchtigt.

Der Einsatz von Herbiziden in der intensiven Landwirtschaft wirkt sich direkt negativ auf Ackerwildkräuter aus und verhindert deren Aufkommen. Zudem werden Ackerwildkräuter durch den Einsatz von Düngemitteln und dem damit einhergehenden Nährstoffeintrag von den Kulturpflanzen verdrängt.

Durch Aufgabe der mageren, extensiv bewirtschafteten Äcker und der damit fehlenden Bodenbearbeitung wird das Keimen der Ackerwildkräuter negativ beeinflusst. Zudem könne sich konkurrenzstärkere Pflanzenarten auf der Fläche etablieren, welche zu einer Verdrängung der Ackerwildkräuter führen.

Mittlerweile gilt mehr als ein Drittel der Ackerwildkräuter als gefährdet. Einzelne Arten gelten sogar schon als ausgestorben.

Schutz

Zum Schutz der Ackerwildkräuter sollte die extensive Ackerbewirtschaftung gefördert werden. Dabei sollte auf einen Einsatz von Pestiziden (insbesondere Herbiziden) sowie Düngemittel oder Kalklungen verzichtet werden. Förderlich für Ackerwildkräuter ist ein hoher Anteil an Getreidekulturen (Roggen, Dinkel oder alte Kultursorten) in der Fruchtfolge. Zudem begünstigen größere Reihenabstände sowie eine reduzierte Saatstärke lichtkeimende Ackerwildkräuter.

Grüngitter

Das „Grüngitters“ setzt sich für die Extensivierung der Landwirtschaft ein. Dabei wird eng mit Landwirten und der Unteren Naturschutzbehörde zusammengearbeitet. So können beispielsweise durch verschiedene Vertragsnaturschutzprogramme Maßnahmen, die Ackerwildkräuter begünstigen, gefördert werden.

Zudem sollen Ackerwildkrautstandorte erhalten werden. Flächen mit Ackerwildkrautvorkommen sollen weiterhin regelmäßig bewirtschaftet werden und so lokale Arten erhalten werden.

Zudem schloss sich der Landkreis Bad Kissingen, unter dem „Grüngitter“ einem Projekt der Bayerischen Kulturlandstiftung [http://www.bayerischekulturlandstiftung.de/ ; der Name sollte mit dem Link unterlegt werden] zum Schutz von Ackerwildkräuter an. Dabei wurden Samen lokal vorkommender Arten gesammelt und in Äcker eingebracht, um so die Wiederansiedlung der regionaler Ackerwildkräuter zu fördern.